Hundetraining für Mensch und Hund
Mobile Hundeschule in Freising und Umgebung

Verhalten verstehen, Alltag gemeinsam gestalten

Warum verhält sich mein Hund gerade so? Was steckt hinter schwierigen Situationen – und was hilft wirklich weiter?

Hier findest du Gedanken und Wissen rund um Hundeverhalten, Training und das Zusammenleben mit deinem Hund. Zum Verstehen, Einordnen und Mitnehmen in euren Alltag.

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Hundebegegnungen trainieren: Warum Abstand kein Rückschritt ist

Dein Hund braucht bei Hundebegegnungen Abstand und du fragst dich, ob Ausweichen das Problem nur vermeidet? Warum gutes Management Training nicht verhindert – sondern die Voraussetzungen dafür schaffen kann.

Lesezeit ca. 5 Min.

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Hundebegegnungen trainieren: Warum Abstand hilft

Auf der anderen Straßenseite kommt ein Hund entgegen. Du weißt inzwischen ziemlich genau, was passieren wird, wenn ihr einfach weitergeht: Dein Hund wird langsamer, fixiert den anderen Hund, spannt sich an – und irgendwann hängt er bellend in der Leine. Also wechselst du die Straßenseite. Dein Hund sieht den anderen Hund, bleibt aber ansprechbar und ihr könnt ruhig weitergehen.

Eigentlich eine gute Entscheidung. Wäre da nicht dieser Gedanke: „Aber wenn ich immer ausweiche, lernt er es doch nie.“

Vielleicht möchtest du schließlich nicht für immer Straßenseiten wechseln, Bögen laufen oder hinter parkenden Autos warten. Du möchtest irgendwann ganz selbstverständlich an einem anderen Hund vorbeigehen können.

Das Ziel ist also klar. Die Frage ist nur: Hilft es euch wirklich dabei, möglichst oft auszuprobieren, ob es heute vielleicht schon klappt?

Abstand bei Hundebegegnungen ist nicht automatisch Vermeidung

Wenn dein Hund für eine ruhige Hundebegegnung aktuell 20 Meter Abstand braucht, bedeutet das zunächst einmal genau das: Heute braucht dein Hund 20 Meter Abstand.

Es bedeutet nicht, dass er diesen Abstand für immer brauchen wird. Und es bedeutet auch nicht, dass du das Problem vermeidest, wenn du ihm diesen Abstand ermöglichst.

Denn zwischen „Ich halte meinen Hund von jeder schwierigen Situation fern“ und „Mein Hund muss da jetzt durch, sonst lernt er es nie“ liegt ziemlich viel Raum.

Genau dort treffen sich für mich Management und Training.

Management und Training sind nicht dasselbe

Manchmal höre ich den Einwand: „Aber eigentlich trainiert man doch immer.“ Und ja – Lernen findet immer statt.

Hunde lernen nicht nur dann, wenn wir beschließen, jetzt fünf Minuten zu trainieren. Sie machen auch im Alltag Erfahrungen und lernen daraus. Für meine praktische Arbeit finde ich die Unterscheidung zwischen Management und Training trotzdem wichtig.

→ Management bedeutet für mich:
Ich kenne die aktuelle Grenze meines Hundes und gestalte Situationen möglichst so, dass wir unterhalb dieser Grenze bleiben.

→ Training bedeutet für mich:
Ich kenne diese Grenze ebenfalls. Jetzt gestalte ich aber gezielt eine Situation in ihrer Nähe, damit mein Hund dort neue Erfahrungen machen kann und sich diese Grenze langfristig verschieben kann.

Beides beginnt also an derselben Stelle: Ich muss wissen, was mein Hund gerade leisten kann.

Der Unterschied liegt darin, was ich mit dieser Information mache.

Wie das bei einer Hundebegegnung aussehen kann

Nehmen wir ein vereinfachtes Beispiel: Dein Hund kann einen anderen Hund auf 20 Metern wahrnehmen und ruhig bleiben. Unter 10 Metern kippt die Situation regelmäßig.

Management: Du gestaltest die Situation so, dass ihr möglichst bei 20 Metern oder mehr bleibt.

Training: Du schaffst gezielt eine geeignete Situation, in der ihr euch zum Beispiel auf 15 Metern bewegt und dort neue Erfahrungen sammeln könnt.

Weder sinnvolles Training noch sinnvolles Management: Du gehst auf 5 Meter heran, weil dein Hund „da irgendwann durch muss“.

Natürlich sind diese Zahlen nur ein Beispiel. Die Grenze eines Hundes lässt sich nicht immer in Metern messen. Und vor allem: Sie ist nicht jeden Tag dieselbe.

Management schafft Spielraum fürs Training

Management hat noch einen weiteren Effekt, der leicht übersehen wird. Wenn wir schwierige Situationen rechtzeitig entschärfen, verhindern wir damit auch, dass dein Hund im Laufe des Tages immer wieder in sehr hohe Erregung gerät. Denn seine Grenze ist nicht jeden Tag und zu jeder Tageszeit gleich.

Vielleicht kann dein Hund an einem ruhigen Tag einen anderen Hund auf 20 Metern sehen und gut damit umgehen.

Nach mehreren schwierigen Begegnungen, viel Aufregung und einem insgesamt anstrengenden Tag können plötzlich auch 20 Meter zu wenig sein. Vielleicht braucht er jetzt 30 oder 50 Meter, um überhaupt ansprechbar zu bleiben.

Das hat auch Auswirkungen auf unser Training.

Wenn dein Hund bereits so aufgeregt ist, dass seine Belastungsgrenze deutlich früher erreicht ist, haben wir schlechtere Voraussetzungen, um gezielt an Hundebegegnungen zu arbeiten. Management kann deshalb mehr, als nur einzelne Eskalationen zu verhindern.

Management hilft uns, den Spielraum zu erhalten, den wir für sinnvolles Training brauchen.

Ein Tag, an dem du mehreren schwierigen Hundebegegnungen ausgewichen bist, ist deshalb nicht automatisch ein Tag, an dem ihr „nichts trainiert“ habt. Vielleicht hast du damit genau die Voraussetzungen geschaffen, unter denen ihr bei der nächsten gezielt gewählten Begegnung wieder sinnvoll trainieren könnt.

Management ist kein gescheitertes Training

Genau deshalb sehe ich Management nicht als Notlösung, bis das „richtige Training“ endlich funktioniert. Und auch nicht als Zeichen dafür, dass Training gescheitert ist.

✦ Management und Training sind für mich Partner.

Management hilft uns, den Alltag so zu gestalten, dass dein Hund nicht ständig über seine aktuellen Grenzen gerät.

Training nutzt ausgewählte Situationen, um gezielt an diesen Grenzen zu arbeiten und sie langfristig zu verändern.

Management kann dabei ganz unterschiedlich aussehen: mehr Abstand, die Straßenseite wechseln, einen Bogen laufen, einen Sichtschutz nutzen oder zu einer ruhigeren Uhrzeit spazieren gehen.

Nicht mit dem Ziel, schwierigen Situationen für immer aus dem Weg zu gehen. Sondern damit nicht jede Hundebegegnung zum Training werden muss.

Das Ziel darf trotzdem kleinerer Abstand sein

Wenn du dir wünschst, irgendwann auf einem schmalen Weg ruhig an einem anderen Hund vorbeigehen zu können, ist daran nichts falsch. Wir müssen dieses Ziel nicht aufgeben, nur weil dein Hund es heute noch nicht schafft. Aber wir müssen es auch nicht bei jeder Begegnung überprüfen.

Heute wechselst du vielleicht bei 20 Metern die Straßenseite. Morgen schaffst du gezielt eine Trainingssituation, in der dein Hund auf 15 Metern ruhig bleiben und neue Erfahrungen sammeln kann. Und irgendwann geht ihr vielleicht auf 2 Metern entspannt an einem anderen Hund vorbei.

Dass du heute Abstand geschaffen hast, hat dieses Ziel nicht verhindert. Es kann ein Teil des Weges dorthin gewesen sein.

Denn gutes Management hält Training nicht auf.

Es kann die Voraussetzungen schaffen, unter denen Veränderung überhaupt erst möglich wird.

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Wenn Hundebegegnungen euren Alltag bestimmen

Wenn du ständig vorausplanst, Straßenseiten wechselst oder hoffst, dass euch heute kein anderer Hund entgegenkommt, müssen du und dein Hund damit nicht alleine weiterprobieren.

In meiner Verhaltensbegleitung schauen wir gemeinsam, wo die aktuelle Grenze deines Hundes liegt und wie wir Management und Training so miteinander verbinden können, dass euer Alltag Schritt für Schritt wieder entspannter wird. → Mehr zur Verhaltensbegleitung

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